Schul- ärztin

Dr. Sylvia Stricker-Moll

Schulärztin Dr. Sylvia Stricker-Moll befasst sich mit dem Thema »Fake News der Coronaimpfung«

Auch heuer hatte die Corona- Pandemie unsere Schule fest im Griff. Obwohl bei uns nur vereinzelt Fälle aufgetreten sind, war das Schuljahr durch Distance Learning, Schichtbetrieb und regelmäßiges Testen geprägt und hat uns allen sehr viel Energie abverlangt.

Ein Ende der Pandemie ist aber erfreulicherweise in Sicht, einen großen Beitrag dazu hat die Impfung geleistet. Die Lehrpersonen hatten bereits die Gelegenheit, sich impfen zu lassen und auch für unsere Schüler*innen besteht ab sofort die Möglichkeit, sich zur Impfung mit Biontech/Pfizer anzumelden. Deshalb möchte ich die Gelegenheit nützen, um die häufigsten Impfmythen zu beleuchten.

„Die Zeit war zu kurz um einen sicheren Impfstoff entwickeln zu können.“

Das ist sicher einzigartig in der Geschichte der Medizin, war jedoch möglich, da sehr, sehr viel Geld investiert wurde und die klügsten Köpfe alle an diesem einen Thema gearbeitet haben. Die Zulassung wurde durch ein sogenanntes Rolling-Review-Verfahren beschleunigt, wodurch einzelne Berichte auf Wirksamkeit, Qualität und Unbedenklichkeit bereits während der Entwicklung geprüft wurden und nicht erst ganz am Ende.

„Durch die Impfung werde ich unfruchtbar?“

Diese Meldung ist falsch. Die Argumentation der Impfgegner stützt sich auf der Ähnlichkeit zwischen dem Spike-Protein des Coronavirus und Syncytin-1, das für die Plazentabildung gebraucht wird. Die Annahme ist, dass sich nach der Impfung Antikörper gegen das Spike-Protein bilden und damit zugleich gegen Syncytin-1, wodurch die Bildung der Plazenta verhindert wird. Diese Behauptung ist schlicht und einfach falsch, da diese Ähnlichkeit nicht gegeben ist. Sollte es zu einer solchen Reaktion kommen, müsste auch jede Frau nach einer durchgemachten Covid-Infektion unfruchtbar sein und das ist nicht der Fall.

„Eine Impfung führt zu Genveränderung?“

Auch diese Behauptung taucht immer wieder auf, kann aber leicht widerlegt werden. Bei Biontech/Pfizer handelt es sich um einen mRNA-Impfstoff, das heißt, es wird kein abgetöteter Erreger injiziert wie bei bisherigen Impfungen sondern nur die Bauanleitung für Virusproteine in Form der messenger-RNA. Und wie alle aus dem Biologieunterricht wissen, kann die mRNA sehr wohl vom Zellkern in das Zellplasma gelangen. Der Weg zurück in den Zellkern, wo sich unsere Erbanlagen befinden, ist jedoch nicht möglich.

„Die Langzeitnebenwirkungen sind nicht abzusehen?“

Dazu gibt es natürlich noch keine Daten, allerdings sind Langzeitnebenwirkungen bei Impfstoffen generell nicht bekannt. Die meisten Nebenwirkungen treten innerhalb weniger Stunden bis Tage auf, in seltenen Fällen auch nach Wochen. Bei den mRNA-Impfstoffen ist die injizierte mRNA nach einigen Tagen gar nicht mehr nachweisbar. Inzwischen sind schon Millionen Menschen gegen Corona geimpft, sodass auch seltene Nebenwirkungen bekannt sind.

Eine Nebenwirkung, die in den letzten Monaten die Medien sehr beschäftigt hat, war das Auftreten von Thrombosen nach AstraZeneca. Es handelt sich dabei um eine sehr seltene Komplikation, die, da sie nun bekannt ist, einer Therapie zugänglich gemacht werden kann. Der individuelle Nutzen überwiegt bei weitem das Risiko.

„Durch die Impfung wird uns von Bill Gates ein Mikrochip implantiert?“

Das ist natürlich völliger Unsinn. Die kleinsten Implantate sind so groß wie ein Reiskorn, dementsprechend groß müsste auch die Nadel zum Setzen eines solchen Chips sein. Außerdem müsste das Implantat direkt unter der Haut liegen, der Impfstoff wird jedoch in den Muskel appliziert. Abgesehen davon gibt es keine Technologie, diese Mikrochips dauerhaft mit Energie zu versorgen um Menschen zu orten.

Ich hoffe, ich konnte einige Bedenken zerstreuen, wenn ihr aber noch Fragen habt, solltet ihr euch vertrauensvoll an euren Hausarzt wenden, er kann euch weiter beraten.

Dr.

Sylvia Stricker-Moll

Schulärztin

s.stricker-moll@tsn.at